Maßnahmen zur Gewährleistung der Systemsicherheit bei Frequenzabweichungen

Neue Navigant Studie zu Anlagenbestand mit kritischen Frequenzeinstellungen

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Navigant hat im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie den deutschen Anlagenbestand mit kritischen Frequenzeinstellungen in Hinblick auf Systemsicherheit in Deutschland und Europa untersucht. Das von Navigant und IFK (Universität Stuttgart) geleitete Expertenkonsortium umfasste außerdem Consentec und BBH. Die modellbasierte, quantitative Analyse betrachtete kritische Situationen bei Unterfrequenz, Überfrequenz sowie bei Teilnetzbildung („system split“).

Die Umsetzung der Energiewende hat signifikante Auswirkungen auf das Stromnetz und bringt neue Herausforderungen für die Aufrechterhaltung eines verlässlich sicheren Betriebs der Verbundsysteme in Deutschland und Europa mit sich. Einige technische Unzulänglichkeiten, die Rückwirkung auf das Gesamtsystem haben, wie beispielsweise Frequenz­schutz­einstellungen oder die Ansteuerbarkeit dezentraler Erzeugungsanlagen, ließen sich bisher nicht vollständig lösen. Trotz massiver Anstrengungen in Deutschland im Rahmen von zwei Nachrüstungsprogrammen verbleibt daher in Deutschland und Europa ein gewisser Bestand an dezentralen Erzeugungsanlagen mit als möglicherweise kritisch einzustufenden frequenzabhängigen Schutzeinstellungen. Diese Anlagen werden bei einer bestimmten Unter- oder Überfrequenz (meist 49,5 Hz bzw. 50,2 Hz) vom Netz getrennt. Derzeit werden damit europaweit die Vorgaben der ENTSO-E zur Gewährleistung eines sicheren Systembetriebs derzeit nicht vollständig erfüllt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Deutschland die Zielvorgaben der ENTSO-E sowohl bei Unter-, als auch bei Überfrequenz nahezu erfüllt. In anderen europäischen Ländern bestehen jedoch weiterhin große Mengengerüste an Anlagen mit kritischen Schutzeinstellungen, die Maßnahmen auf EU-Ebene erforderlich machen. Aufbauend auf der Analyse empfehlen die Experten daher mögliche Gegenmaßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene zur weiteren Reduzierung des Gefährdungspotentials.

Laden Sie die Studie zur Systemsicherheit bei Frequenzabweichungen herunter.

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