Mindestabstände für Windenergieanlagen können verfügbare Flächenkulisse um 10 bis 40% reduzieren

Gutachten von Navigant und Fraunhofer IEE zeigt Auswirkungen pauschaler Mindestabstände

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In einem Gutachten für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zeigen Navigant und das Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) die Auswirkungen pauschaler Siedlungsabstände auf die Verfügbarkeit von Flächen für die Windenergie an Land auf. Demnach können Mindestabstände von 1000 m je nach Bezugspunkt zu einer Reduzierung der Flächenverfügbarkeit zwischen 10 und 40% führen. Wenn Flächen, die bereits im Entwurf vorliegen von einer rechtlichen Änderung berührt sind, wird sich nicht nur die Flächenverfügbarkeit reduzieren, sondern auch die Ausweisung dieser Flächen erheblich verzögern.

Aufbauend auf ein Vorhaben zur Untersuchung der Flächenkulisse für das Umweltbundesamt, untersuchten die Autoren in drei Varianten die Auswirkungen bei Anwendung der Mindestabstände auf unterschiedliche Flächen- und Gebäudekategorien. Durch Mindestabstände von 1000 m um Wohnbauflächen im Innenbereich reduziert sich die Flächenverfügbarkeit um ca. 10%. Gelten die Mindestabstände außerdem für Flächen gemischter Nutzung im Innenbereich reduziert sich die Flächenverfügbarkeit um ca. 15%. Sind die Mindestabstände zusätzlich auch zu allen Wohngebäuden im Außenbereich einzuhalten, reduziert sich die Flächenverfügbarkeit um ca. 40%.

Grundlage der Untersuchung sind Flächen auf Ebene der Regional- und Bauleitplanung für die Windenergie an Land. Das beinhaltet ausgewiesene, im Entwurf befindliche, gekippte und beklagte Flächen. Die auf dieser Flächenkulisse installierbare Leistung beläuft sich theoretisch auf ca. 80 GW. In der Praxis ist jedoch ein Teil der Flächen aufgrund von Restriktionen, insbesondere im Bereich des Artenschutzes, der Flugsicherung und militärscher Belange, nicht nutzbar. Darüber hinaus ist die tatsächliche Flächenverfügbarkeit aufgrund des hohen Anteils gekippter, beklagter oder im Entwurf befindlicher Regionalpläne geringer. Das Gutachten zeigt in diesem Zusammenhang auf, mit welchen Maßnahmen die Nutzbarkeit der Flächen, insbesondere im Umkreis von Drehfunkfeuern, erhöht werden kann.

Laden Sie das Windflächen-Gutachten auf bmwi.de herunter und finden Sie die wichtigsten Ergebnisse in dieser Präsentation zusammengefasst.

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