Windausbauziele mit geplanter Flächenkulisse voraussichtlich nicht erreichbar

Navigant und Fraunhofer IEE untersuchen Flächenverfügbarkeit für Windenergie an Land

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In einem Vorhaben für das Umweltbundesamt haben Navigant und das Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) die kurz- und mittelfristige Flächenverfügbarkeit für Windenergie an Land untersucht. Die Studie zeigt, dass die für die kommenden Jahre geplante Flächenkulisse auch ohne pauschale Siedlungsabstände nicht oder nur knapp ausreicht, um die Windausbau-Zielwerte des 65-%-Ziels 2030 zu erreichen. Vor diesem Hintergrund erscheinen weitere Flächenausweisungen notwendig.

Zur Erreichung des 65-%-Ziels 2030 sind laut Netzentwicklungsplan insgesamt ca. 74 bis 86 GW Windenergie an Land notwendig. Demgegenüber steht ein ermitteltes Leistungspotenzial von rund 81 GW, Bestandsanlagen eingeschlossen. Dieser Wert basiert auf den aktuellen oder im Entwurf befindlichen Regional- und Bauleitplänen. In der Praxis ist ein Teil der Flächen aufgrund von Restriktionen, u. a. im Bereich des Artenschutzes, der Flugsicherung und fehlender Leitungs- und Wegerechte nicht nutzbar. Zudem bestehen Unsicherheiten welcher Anteil der Entwurfsflächen umgesetzt wird. Die Studie zeigt auch, dass im Falle pauschaler Siedlungsabstände die Flächenverfügbarkeit weiter reduziert wird. Die Auswirkungen von Mindestabständen für die Windenergie an Land wurden in einem Gutachten für das BMWi von Navigant und Fraunhofer IEE näher untersucht.

Der Bericht vergleicht das Leistungspotenzial auch mit den im EEG definierten Ausschreibungsmengen bis 2025 und 2030. Während das ermittelte Leistungspotenzial die Ausschreibungsvolumina 2025 übersteigt und verglichen mit heute eine Zunahme des Wettbewerbs in den Ausschreibungen ermöglichen kann, gibt es bis 2030 nur einen geringen Überhang, der aufgrund der ermittelten Unsicherheiten deutlich die Gefahr eines zu geringen Wettbewerbsniveaus birgt.

In der Studie haben die Energieexperten Handlungsempfehlungen zur Erhöhung des Leistungspotenzials entwickelt. Hierzu gehören eine Ausweitung der Flächenkulisse, der Verzicht auf pauschale Siedlungsabstände, die Erhöhung der Rechtssicherheit der Pläne, die Verbesserung der Nutzbarkeit ausgewiesener Flächen und die Verbesserung der Datenverfügbarkeit zur Flächenkulisse.

Laden Sie den Bericht herunter auf uba.de.

 

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